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Fernweh – die Sucht nach der Fremde

Auf ihrem wunderbaren Blog Travelography veranstalten Carina und Christian gerade eine Blogparade zum Thema „Was bedeutet Reisen für dich?“. Das nahm ich zum Anlass einen Artikel rauszukramen, den ich geschrieben habe als mich wieder einmal extremes Fernweh plagte…

Fernweh – ein Krankheitsbild?

Das Gefühl von Fernweh ist eigentlich ganz leicht zu beschreiben. Fernweh gilt als die menschliche Sehnsucht, vertraute Verhältnisse zu verlassen und sich die weite Welt zu erschließen (zumindest bei Wikipedia). Die Folge daraus ist bei mir ganz klar Miesepetrigkeit und manchmal vielleicht auch leichte Verzweiflung. Im letzten Jahr gab es solch eine Phase. Aufgrund von blöden Umständen war es mir eine Zeit lang unmöglich irgendwelche Trips zu planen. Ideen hatte ich genug und ausgereifte Pläne existieren schon für die nächsten zehn Jahre in meinem Kopf, aber ich musste mich damals gedulden und somit böses Fernweh ertragen. Wie sagte es mein verständnisvoller Freund doch gleich: „Die Situation keinen Urlaub planen zu können gepaart mit der Aussicht auch beruflich keine längeren Reisen zumachen, muss für dich echt schwer sein und macht dich gerade ganz hibbelig“. Oh ja, da traf er den Nagel auf den Kopf! Aber was ist das überhaupt für ein Gefühl, dieses Fernweh haben? Es ist ja nicht so, dass es mir zu Hause nicht gefällt und ich am Liebsten nur abhauen würde. Gar nicht! Ich komme gerne nach Hause zurück und freue mich immer meine Freunde zu sehen und in meiner wunderschönen Wohnung auf meinem kuschligen Sofa Zeit zu verbringen. Aber ab und an, ok ok, bei mir vielleicht eher ziemlich oft, schleicht sich dann wieder dieses Gefühl ein. Ein Drang, die mir noch unbekannten Orte und Plätze dieser Welt zu entdecken und Licht in die, in vielen Teilen noch schwarze Landkarte zu bringen. Und da ist noch viel schwarz… zumindest stellt sich für mich immer wieder die Frage, ob ich das wohl noch alles in meinem Leben schaffe? Natürlich muss ich dabei auch schmunzeln. Mir ist bewusst, dass das für Andere verrückt und amüsant klingen mag, aber so ist das nun mal mit mir und der Reiserei. Doch woher das kommt mit dem fiesen Fernweh ist die Frage. Vielleicht haben mich meine Eltern in meiner Kindheit in das kalte „Fremde Länder“ Wasser geschubst als sie mir als kleines Mädchen die Welt zeigen wollten, vielleicht habe ich durch meine Auslandsaufenthalte während meines Studiums dann so richtig schwimmen gelernt und bin plötzlich süchtig geworden nach dem Eintauchen in fremde Welten und Kulturen. Vermutlich war es so oder so ähnlich. Feststellen lässt sich das wohl nicht mehr so richtig. Ganz sicher aber wird diese Sucht auch nicht so schnell aufhören. Wie auch? Es gibt so viele Länder auf dieser Welt und falls man diese jemals alle besucht haben sollte, gibt es noch unendlich viele Regionen, Städte und Flecken zu entdecken, die noch sehenswert sind. Das also dieses ausgeprägte Gefühl von Fernweh jemals besser wird, kann ich zumindest für mich ausschließen.

Fremd und möglichst weit weg

Und was ist es nun, das die Sehnsucht nach der Ferne so groß werden lässt? Woanders ist doch alles fremd, unbekannt und anders! Und genau das ist es doch worum es geht! Fremd, unbekannt, anders… ist nicht gerade das die Herausforderung und zugleich eine unendliche Bereicherung? Für mich ist es das. In eine Welt einzutauchen, die so komplett anders ist wie mein alltägliches Leben zu Hause, ist für mich mental die größte Erholung. Weit weg zu sein, sich in fremden Kulturen treiben zu lassen und den Alltag, das Büro oder andere kleine Sorgen einfach auszublenden ist nahezu genial. Umso exotischer desto besser! Aber es ist nicht nur die Flucht aus dem Gewohnten, die zugegebenermaßen an manchen Tagen eine sein mag, nein, es ist auch die Suche nach Neuem. Mit Menschen aus aller Welt zu sprechen und sich auszutauschen, andere Bräuche und Sitten kennenzulernen und in anderer Leute Kochtöpfe zu gucken, ist für mich ungeheuer inspirierend. Ist es nicht wunderbar, sich aus allen Ländern der Erde das Beste herauspicken zu können? Überall ist es anders, jeder Ort birgt etwas Neues, Aufregendes in sich und die Erfahrungen die man macht, kann einen keiner mehr nehmen. Die gehören einem ganz allein! Und die machen neugierig. Neugierig auf das, was es da draußen wohl noch so alles geben mag. Den eigenen Horizont zu erweitern, andere Denkweisen schätzen zu lernen und so viel Positives für einen selbst mitzunehmen, sind doch vielleicht Gründe für diese Reisesucht. Der Reisesucht, die dieses ungeheuerliche Fernweh auslöst. Die Sucht nach Ferne, der Weite und auch Freiheit…

Happy Traveling!

Andrea

7 Kommentare

  1. Pingback: Blogparade: Was bedeutet reisen für dich? - Reiseblog Travelography

  2. Hey Andrea,

    erstmal vielen Dank für deine Teilnahme an unserer Blogparade.

    Mit dem Fernweh und der daraus entstehenden Miesepetrigkeit kenn ich mich auch gut aus 😀 Zwischen den Jahren hat man ja bekanntermaßen frei und bei uns ist eigentlich so, dass wir wirklich jeden freien Tag nutzen, um irgendwo hin zu fahren.

    Aber irgendwie wollte sich für die paar freien Tage nichts finden. Entweder zu teuer oder wir hätten mehr Tage wegbleiben müssen. Aber so ist das halt manchmal. Trotzdem ist an solchen Tagen dann das Fernweh echt akut und die Stimmung nicht so gut 🙂 Aber eine Lösung für mich ist es, mich einfach an die Reiseplanung zu setzen. Gucken, welche Feiertage es gibt, wann wir Urlaub nehmen, welche Ziele noch auf unserer „Must-See-Liste“ stehen und wie man die an den Tagen unterbringen kann 😉

    Und ich muss dir recht geben, Reisen ist keine Flucht, sondern das Verlangen etwas nicht alltägliches zu machen und die Neugier neues zu erleben.

    Viele Grüße
    Christian

  3. Pingback: Was bedeutet Reisen für dich: die Zusammenfassung - Reiseblog Travelography

  4. Schöner Artikel für die Blogparade. Lustig dass viele das Reisen als Krankheit ansehen. Bei den meisten wohl eine Krankheit die nie geheilt werden kann.

  5. Da würden wir wohl beide ziemlich früh mit dem Fernweh-Fieber infiziert… Und es gibt kaum etwas, was einem mehr gibt als neue Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse…

    • Absolut, Tabitha!
      Einen schönen Blog hast du! Habe ich mir gerade gespeichert und werde die Tage mal intensiv stöbern! 🙂
      Eine schöne Woche wünsche ich.
      LG
      Andrea

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